Danny Elfman -
Zu Big Fish steuerte Elfman eine deutlich anders als seine letzten Arbeiten (Spider-Man, The Hulk) gelagerte, zu großen Teilen sehr entspannte, leicht bekömmliche Klangschöpfung aus vielen verschiedenen stilistischen Elementen bei. Weniger aggressiv und brachial als seine Ausflüge ins Comic-Genre, mit deutlich dezenterem Elektronikeinsatz versehen, schimmert bei Big Fish eher der ruhigere, collagenartige Elfman-Stil späterer Scores wie A Simple Plan und A Civil Action durch – doch auch Anleihen an die märchenhaft-verspielte Machart seiner früheren Filmmusiken zu Edward Scissorhands oder auch The Nightmare Before Christmas sind in einigen Passagen (besonders bei den süßlichen (Frauen-)Chor-Arrangements im Track „The Growing Montage") deutlich spürbar. Eine erfrischende Note erhält die abwechslungsreich instrumentierte, auf einem Hauptthema und zwei benannten Nebenthemen („Sandra´s Theme", „Jenny's Theme") basierende Partitur durch den vielfältigen Einsatz von Fiedel und Gitarre und leichten Folk- und Americana-Anklängen in Stücken wie „Shoe Stealing" und „Rebuilding". Stilistisch stellenweise etwas an die Klangkreationen von Thomas Newman und Rachel Portman erinnernd, bleibt Elfmans charakteristische Harmonie- und Melodieführung jedoch nach wie vor unverkennbar. Der Score beginnt mit dem sehr kurzen Cue „Pictures", in dem das lyrisch-warme Main Theme bereits ansatzweise erklingt; in den darauffolgenden „Main Titles" wird das Thema in verschiedenen Variationen in Begleitung von Gitarren, Einschüben der Fiedel und dezentem E-Bass weiter ausgeführt – ebenso im elf-minütigen „Finale", in dem es gegen Ende über fast zwei Minuten voll ausgespielt wird. „Sandra's Theme", eine im gleichnamigen Track zuerst eher zurückhaltend-humoristische, von Holzbläsern intonierte Melodie wird im Score mehrere Male wieder aufgegriffen und zum Beispiel in „The Journey Home" als ausschweifendes, romantisches Liebesthema für Edwards Blooms große Liebe Sandra (in jungen Jahren dargestellt von Allison Lohmann, später von Jessica Lange) verwendet. „Jenny's Theme" präsentiert sich als eher schlichtes, aber dennoch sehr reizvolles, schwebend-träumerisches Klaviermotiv, das dem Hörer den Elfmanschen Scherenmann Edward abermals ansatzweise ins Gedächtnis ruft. Neben dem in allerlei verschiedenen Harmonisierungen und Variationen auftretenden Hauptthema ist „Jenny's Theme" das wohl am meisten verwendete und variierte Motiv der Partitur, so erklingt es in den Tracks „Underwater" und „Jenny´s Theme" als märchenhafte, traurige Melodie mit sehr dezenter Harfen- und Synthetik-Begleitung, in „Leaving Spectre" in dissonant variierter Form mit angestrichenen Klavierseiten (entfernt erinnernd an The Frighteners) oder auch in „Return To Spectre" in folkig-leichten Instrumentierungen. Zwar ist das vielfältig verschachtelt eingesetzte thematische Material nicht von größter Prägnanz, dennoch weiß die reizvolle Klangcollage aus tiefen, einlullenden Streicherpassagen, träumerischen Klaviereinwürfen und leichter Americana über die Laufzeit von 40 sehr gut fließenden Albumminuten voll und ganz zu überzeugen. Von einem wirklich großen Wurf à la Sleepy Hollow kann nicht ganz die Rede sein, aber insgesamt präsentiert sich Big Fish als durchaus raffiniert gestaltete, sehr originelle und klangschöne Komposition, die womöglich auch bei den anstehenden Oscar-Verleihungen im Februar einige Chancen haben könnte. Kurzum: ein durch und durch empfehlenswerter, leichtgewichtiger Elfman auf gekonnt ausgearbeiteter thematischer Basis, der seine Reize dem Hörer trotz allen Wohlklangs (wie gewohnt) jedoch erst nach mehreren Hördurchgängen offenbart. Dem Score vorangestellt sind sieben recht stimmige Songs von Elvis Presley, Bing Crospy, Buddy Holly und anderen Interpreten - das Highlight ist hier wohl der ebenfalls für den Golden Globe nominierte Titelsong „Man of the Hour" der Rockgruppe Pearl Jam. Die CD abschließend, findet sich am Ende des Albums der sehr gelungene, ein klein wenig Musical-Charakter besitzende „Siamese Twins-Song „Twice The Love" von Bobbi Page und Candice Rumph, der ein klein wenig an die Songs aus dem ebenfalls von Danny Elfman vertonten Musical-Drama Chicago erinnert. Somit findet die gelungene Album-Präsentation einen sehr interessanten und attraktiven Abschluss; bleibt also letztlich nur noch eine klare Kaufempfehlung auszusprechen. Details zum Soundtrack I. Die Musik
I. Die Alben -CD-
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