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Rezensionen - Galaxy Quest (Promo)
 


David Newman
-

Bei Dean Parisots Galaxy Quest bestand die große Herausforderung für die beteiligten Schauspieler darin, alle drei Ebenen des Films zu bewältigen: Zunächst galt es, die Schauspieler einer abgehalfterten Science Fiction-Serie und gleichzeitig auch die Figuren eben dieser Serie zu mimen. Außerdem mussten sie jedoch noch die erfahrenen Astronauten eines „richtigen" Raumschiffs spielen.

Der Schwerpunkt dieser intelligenten Science Fiction-Parodie ist Star Trek. Der Film nimmt nicht nur Figuren und Darsteller des Franchise aufs Korn (ulkig: Jason Nesmith als Captain Kirk-Persiflage), sondern auf bissige Weise auch den Fan-Kult, der teilweise bizarre, halb-religiöse Formen annimmt. Anspielungen auf andere Science Fiction-Filme sind reichlich vorhanden und beinhalten beispielsweise Alien (Zeichensatz der Opening Titles), Die Fliege 2 (fehlgeschlagenes Digitizing), The Abyss (Transporter-Schleim), Back to the Future (reflektierendes Flux-Feld) und sogar Predator (durch das Kreaturen-Design der Stan Winston-Studios).

Die Musik zum Film stammt von Komödien-Spezialist David Newman. Newmans Musik ist eigentlich ein lupenreiner Alan Silvestri-Score mit dem Flair der 80er Jahre (Back to the Future, The Abyss, Predator etc.). Mal ist es der Chorgesang, der an den Abyss-Soundtrack erinnert, dann wieder ein nagelneues Motiv, das ähnlich schmissig daher kommt wie das Back to the Future-Thema. Oder auch die Percussion: entweder Action-orientiert wie bei Predator oder verspielt wie in Back to the Future. Nun könnte man annehmen, das sei schlecht: mitnichten! Newman arbeitet mit dem handwerklichen Rüstzeug eines Silvestris besser, als Silvestri selbst! Polythematisch, rasant und um einen Level intelligenter als beim damaligen Silvestri klingt das alles: unterhaltsam und zu einer genaueren Betrachtung einladend.

Der erste Track, „Galaxy Quest: The Classic TV Theme", startet mit einer Fanfare, die (natürlich) an die Star Trek-Fanfare von Alexander Courage erinnert. Anschließend beginnt die Musik zu scherzen und klingt wie die Untermalung eines TV-News-Tickers oder wahlweise auch wie die Titel-Melodie einer amerikanischen Seifen-Oper. Im darauffolgenden „Prologue: Galaxy Quest Clip" gibt uns Newman eine kurze Action-Kostprobe (ab 0:49), die an die Verfolgungsjagden aus Predator erinnert. Hier wird man sich kaum losreißen können, weil man viel zu neugierig ist, was Newman noch alles aus dem musikalischen Silvestri-Baukasten zaubern wird. Nach „Revealing The Universe", das auf freche Weise an „Bud on the Ledge" aus The Abyss erinnert, hofft man, dass Newman mit seinen köstlichen Veralberungen und spielerischen Hommages fortfahren wird. Diese Hoffnung wird auch nicht enttäuscht und man darf so einen Cue nach dem anderen genießen. Wenn „Meet The Thermians" aufspielt, erscheint vor meinem geistigen Auge Doc Brown, der wild gestikulierend seinen Flux-Kompensator erklärt. Im nächsten Moment kommen mir schon die Unterwasser-Geschöpfe aus The Abyss in den Sinn und Bud fragt sich, welchen Draht er mit dem Seitenschneider durchknipsen soll. Damit kein Missverständnis aufkommt: all das ist gut so, denn Newman kann es einfach und ist sich seiner Sache sicher. Denn der Score bietet auch neue thematische Elemente, was den Spaß noch zusätzlich steigert. Das Besondere an Galaxy Quest bleibt trotzdem, dass Newman nicht davor zurückschreckt, sich mit anderen Komödienscores einen Scherz zu erlauben. Mal kitschig, mal überdreht und überschwänglich präsentiert Newman seine Goldsmith-nahen Melodie-Paletten im stilistischen Rahmen einer Mainstream-Komposition Silvestris.

„Red Thingie, Green Thingie" ist ein ausgewachsener Action-Track: Man begegnet stechenden Streicher-Staccati und -Glissandi, die das Herz eines jeden Action-Liebhabers höher schlagen lassen werden. Natürlich geben sich auch hier Predator und Back to the Future erneut ein Stelldichein. So gelingt es Newman tatsächlich, was man sich als Silvestri-Kenner schon einmal heimlich wünscht: Komik und brutale Action in einem Track vereint, aber beides bitte schön, ähnlich einer großen emotionalen Achterbahnfahrt, fein säuberlich nebeneinander. In diesem Stil zeigt sich auch Track 24 („Battle"), der stellenweise nur noch etwas bissiger und gemeiner daherkommt als „Red Thingie, Green Thingie", da auch dissonante Klänge verwendet werden. Echte stilistische Innovationen darf man freilich nirgendwo erwarten. Newmans Arbeit ist ausschließlich unterhaltsam, aber kaum anspruchsvoll. Andersherum wäre das für ein Komödienscoring auch fatal; insgesamt kann man Newman somit zu seiner Arbeit nur gratulieren. In anderen Besprechungen wird gerne bemängelt, dass die Cues der 50-minütigen Promo-CD im Durchschnitt zu kurz sind, aber man kann es auch positiv sehen: „In der Kürze liegt hier die Würze!"

 

Fazit: Newman liefert ein gelungenes musikalisches Feuerwerk, das den Zuschauer in rascher Abfolge zum Schmunzeln bringt und emotional voll einschlägt. Für alle, die Alan Silvestris 80er-Scores lieben, ist diese Musik ein uriger Geheimtipp. Allen anderen ist sie ebenfalls zu empfehlen, besonders wenn eine gewisse filmmusikalische Erfahrung vorliegt.
Oliver M. Strate, 23.05.2004


Details zum Soundtrack



I. Die Musik

4 von 6 Punkten


I. Die Alben

-CD-

Spielzeit:
3 von 6 Punkten
Klangqualität:
5 von 6 Punkten
Schnitt:
4 von 6 Punkten
Begleittexte:
2 von 6 Punkten

Unterhaltung:
5 von 6 Punkten
Anspruch:
2 von 6 Punkten


Letzte Änderung: 19. 1. 2013 | Webmaster: Jonas Uchtmann | © Layout dieser Website by Adrian Werner & Jonas Uchtmann, 2002–2013.