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Rezensionen - Star Wars: Episode II - The Attack of the Clones
 


John Williams
-

Der zweite Teil der neuen Trilogie zeigt die Geschehnisse rund um Anakin Skywalker zehn Jahre nach der Dunklen Bedrohung. Aus dem kleinen Jungen ist mittlerweile ein hitzköpfiger Padawan geworden, der nun endlich wieder auf seinen Schwarm Padmé Amidala trifft. Beeinflusst durch seine Gefühle für sie beginnt er, langsam die Kontrolle über sein Handeln zu verlieren. Dadurch bringt er nicht nur sich in Gefahr ...

Da die neuen Filme schließlich an Episode IV anknüpfen werden, ist die Stimmung in diesem Teil schon viel düsterer als noch im Vorgänger. Allerdings kränkelt Episode II wie viele zweite Teile einer Trilogie an der Aufgabe, Anfang und Finale zusammenzuhalten und eher Entwicklungen aufzuzeigen denn neue Handlungsstränge einzuführen. Ein weiterer Kritikpunkt in den Augen vieler Fans war auch die plakativ inszenierte Romanze zwischen Anakin und Amidala. 

Mit Episode I – Die dunkle Bedrohung hatte Williams ein musikalisches Fundament gelegt, an das er im zweiten Teil (wenn auch eher lose) anknüpfen konnte. Der Charakter der Musik ist dem vorangegangenen Film jedoch ähnlicher als den ursprünglichen Filmmusiken. Für die Musik zum zweiten Teil nahm Williams ein Ensemble von 110 Musikern in Anspruch und setzte teilweise auch eher ungewöhnliche Soloinstrumente wie die E-Gitarre in der Verfolgungsjagd durch die Luftstraßen von Coruscant ein. Neben einigen Chorpassagen kommt zum ersten Mal in den Star Wars-Musiken überhaupt eine Solo-Sopran-Stimme vor, die mit ihrer kühlen Schönheit ein wenig an Williams' Musik zu A. I. anknüpft. Wie auch der Film von der Stimmung her düsterer ist, so ist die Musik von einer dunkleren Atmosphäre als der helle und triumphale erste Teil gekennzeichnet. So schafft Williams durch kühle Streicher- und Harfenklänge sowie tiefe Posaunenpassagen eine bedrohliche Stimmung. Auch die Actionpassagen wirken chaotischer und brachialer. In der über zehn Minuten langen Verfolgungsjagd zwischen den beiden Jedi-Rittern und der Kopfgeldjägerin Zam weicht Williams komplett von seinem gewohnten Star Wars-Vertonungsmuster ab. Hier treibt exotisches Schlagwerk die Musik virtuos voran, die mit harschen und dissonanten Streicher- und Bläsereinwürfen garniert wird, und sogar die E-Gitarre kommt verzerrt zum Einsatz.

Das absolute Glanzlicht der Musik dürfte ohne Zweifel das Liebesthema sein, das Anakins und Amidalas erst zaghafte und schließlich in der Ehe beschlossene Liebe musikalisch unterstützt. Sanft eröffnet die Harfe mit den Arpeggio-Akkorden ein weiches Fundament für die Oboe, die das sangliche Thema spielt und ein wenig an ein Motiv aus Hook erinnert. Als Nächstes übernehmen die vollen Streicher, bevor das Thema in seiner ganzen orchestralen Pracht erstrahlt und in einen neuen Abschnitt mündet, der – für Williams typisch – recht harsch und modern harmonisiert ist, um schließlich wieder in die gefühlvolle Darbietung des Themas zu wechseln, das von der Harfe beschlossen wird.

Außerdem komponierte Williams noch ein weiteres, eher altertümlich anmutendes Thema für Anakin und Padmé, das besonders in „The Meadow Picnic“ zum Einsatz kommt und mit Zimbeln, Harfe und Flöte teilweise ein bisschen an Orff erinnert. Durch die Filmhandlung, die schon einige Ereignisse der alten Trilogie vorausahnen lässt, konnte Williams verstärkt Material aus den Filmmusiken der alten Filme einsetzen. So begegnen einem neben diversen Darbietungen des Macht-Themas erstmals auch wieder Yodas Thema sowie eine voll ausgespielte Version des „Imperial March“ im Finale. Doch auch aus dem ersten Film konnten sich einige Motive in den zweiten Teil retten. So wird Anakins Fahrt vor Sonnenuntergang auf Tatooine von einer üppigen choralen Version der „Duel of the Fates"-Fanfare unterlegt, deren Einsatz hier allerdings semantisch etwas zweifelhaft erscheint. Für die Klonkrieger setzte Williams zudem kurz das Thema für die Droiden aus Episode I ein. Es ist allerdings auffällig, dass in Episode II recht wenig neue Themen eingeführt werden, sondern vielmehr atmosphärische Passagen auftreten wie die schwelgerischen Momente für den Ozean-Planeten oder die treibend-perkussiven Elemente für die beiden Kopfgeldjäger. Williams brilliert in diesem Teil eher in der Kombination der verschiedenen Themen, was besonders im Finale deutlich wird, in dem alle zentralen Themen miteinander verschmolzen werden.

Somit bleibt die Musik zu Episode II – Angriff der Klonkrieger im Vergleich mit den anderen Star Wars-Scores ein bisschen gesichtslos. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine hervorragend komponierte und orchestrierte Filmmusik. Die CD ist wie üblich von Williams persönlich arrangiert worden und enthält ebenfalls wieder völlig aus der Chronologie gebrachte und miteinander kombinierte Konzertarrangements der nach Williams' Ansicht wichtigsten Elemente in zwar exzellenter, aber leider etwas trockener Abmischung. Schon bei Erscheinen des Films veröffentlichte Sony eine limitierte Edition mit vier verschiedenen Covermotiven, allerdings dem gleichen musikalischen Inhalt. Dafür enthalten alle vier CDs der limitierten Auflage ein Bonusstück, das vom Charakter her an die treibenden perkussiven Passagen für die beiden Kopfgeldjäger erinnert. Eine nette Beigabe, aber da man schon über mehr als zehn Minuten ähnlicher Musik verfügt, eine vertane Chance, eine noch völlig ungehörte Passage auf die CD zu pressen. Insgesamt dennoch ein abwechslungsreiches Album einer brillanten Filmmusik.

Diese Rezension erschien zuerst auf www.soundtrack-board.de.


Gerrit Bogdahn, 24.09.2010
Details zum Soundtrack



I. Die Musik

5 von 6 Punkten


I. Die Alben

-OST-

Spielzeit:
5 von 6 Punkten
Klangqualität:
5 von 6 Punkten
Schnitt:
4 von 6 Punkten
Begleittexte:
2 von 6 Punkten

Unterhaltung:
4 von 6 Punkten
Anspruch:
4 von 6 Punkten

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