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Rezensionen - Predator 2
 


Alan Silvestri
-

Nach dem großen Erfolg des ersten Predator-Films kam drei Jahre später zwangsläufig das (weniger erfolgreiche) Sequel Predator 2 unter der Regie von Stephen Hopkins in die Kinos. Im zweiten Teil jagt der Predator nun nicht mehr im Dschungel des zentralamerikanischen Urwalds, sondern sucht seine Beute im Großstadtdschungel von Los Angeles unter sich gegenseitig abschlachtenden Drogendealer-Banden. Die Action- und Gewaltszenen haben sich im Vergleich zu Teil 1 drastisch intensiviert und auch von der Besetzung des ersten Teils ist weit und breit keine Spur. So musste das Publikum wohl oder übel mit Danny Glover als L.A.-Cop mittleren Alters vorlieb nehmen, der für die meisten wohl nur einen mittelprächtigen Arnie-Ersatz darstellte.

Wie auch die Szenerie des Films, hat sich ebenso Alan Silvestris musikalischer Ansatz zum zweiten Teil ein wenig verändert. Der Großstadtkulisse entsprechend ist die Musik klanglich wesentlich dichter, Silvestri verwendet dieses Mal vermehrt jamaikanische Perkussion, etliche Handrasseln, diverse exotische, zirpend-prasselnde Rhythmusinstrumente und ein verzerrt klingendes, „kreischendes" Saxophon. Auch die Orchestrierung ist stellenweise wesentlich extravaganter und detaillierter ausgearbeitet. Dennoch wurden fast alle Themen des Prequel-Scores wieder miteinbezogen; angefangen vom militärisch-prägnanten Leitthema bis hin zum ehrenhaften Solo-Trompeten-Motiv als Tribut für die von der außerirdischen Kreatur getöteten Polizisten, verwendet Silvestri jegliches thematisches Material des ersten Teils annähernd identisch in Predator 2 wieder. Neu hinzugekommen ist lediglich eine interessante Variation eines bereits aus dem ersten Score bekannten, ehrfürchtig-erhabenen Motivs für den Predator, das sich in den Tracks „Truly Dead" und „Dem Bones" zu einem dramatischen, fast unerträglichen Crescendo steigert, wild begleitet von immer schneller werdenden, exotischen Rhythmen der ethnischen Perkussion. Das Highlight des Scores ist ganz klar der neunminütige End Title, in dem alle Themen und Motive der beiden Scores noch einmal repräsentativ zusammengefasst und komplett vorgetragen werden.

Abgesehen von einigen motivischen Weiterentwicklungen, der exotisch-extravaganten Instrumentierung und des faszinierend breiten Klangspektrums ist Predator 2 seinem Vorgänger qualitativ nicht ganz ebenbürtig. Wer den rechtzeitigen Kauf des mittlerweile vergriffenen Predator-Club Albums verpasst hat, wird mit dem 45-minütigen, ebenfalls von Varèse Sarabande veröffentlichten Predator 2-Soundtrack jedoch sicher nicht viel falsch machen. Zumindest einen der beiden Scores sollte jeder Filmmusikliebhaber zu seiner Sammlung zählen können, denn Alan Silvestris Predator-Scores besitzen trotz sehr simpler Strukturierung höchsten Unterhaltungswert und zählen zu den einflussreichsten und prägnantesten Actionpartituren der letzten Jahrzehnte.
Sebastian Schwittay, 24.12.2003


Details zum Soundtrack



I. Die Musik

3.5 von 6 Punkten


I. Die Alben

-CD-

Spielzeit:
3 von 6 Punkten
Klangqualität:
4 von 6 Punkten
Schnitt:
4 von 6 Punkten
Begleittexte:
2 von 6 Punkten

Unterhaltung:
5 von 6 Punkten
Anspruch:
3 von 6 Punkten


Letzte Änderung: 14.08.2010 | Webmaster: Jonas Uchtmann | © Layout dieser Website by Adrian Werner & Jonas Uchtmann, 2002–2010.