James Horner -
Nach vielen Jahren
Schmalkost im Science-Fiction-Genre war 2009 ein gutes Jahr für die Branche.
Neben den – allerdings mittlerweile
wieder abgesetzten – Sarah Connor Chronicles , dem gelungenen Comeback
der Star Trek-Spielfilmserie und den
künstlerisch eher mittelmäßigen, aber erfolgreichen Filmen Terminator Salvation und Surrogates
(der ebenfalls die Idee der
ferngesteuerten „Avatare“ aufgreift) folgte als Höhepunkt des Jahres 2009 der lange erwartete Blockbuster von James
Cameron: Avatar – Aufbruch nach Pandora (s. auch den Kommentar
zum Film). Schon Anfang der
neunziger Jahre wurde in einem Cinema-Sonderheft (Science Fiction, Band II)
darüber berichtet, Avatar sei der
nächste Spielfilm Camerons nach Abyss .
Da aber die Computer- und Filmtechnik zur damaligen Zeit noch in den Kinderschuhen
steckte, legte der Regisseur das Projekt auf Eis. So wurde das Drehbuch erst
1995 fertiggestellt und nach einem weiteren Spielfilm (Titanic) und einigen Dokumentationen wurde damit begonnen, Camerons filmische Visionen
aufs digitale Celluloid zu bannen. Für die Vertonung
hat der kanadische Filmemacher erneut auf James Horner zurückgegriffen, der
1986 bereits Aliens und 1997 Titanic für Cameron vertonte, und für
letzteren Film mit zwei Oscars und vielen Millionen Dollar an Tantiemen belohnt
wurde.
Wer im Track „War“
dazu neigen sollte, eine Anleihe an Hans Zimmers ‚Remote Control‘ alias „Media
Ventures“ herauszuhören, dem sei gesagt, dass Horner hier Holsts ‚Planeten‘ (genauer: „Mars - Bringer of War“) einarbeitete. Dies
war sicher ein Wunsch (oder vielleicht auch eine Maßgabe) Camerons, der einstmals
Holsts Klassiker beim Verfassen des Aliens-Drehbuches
in Endlosschleife hörte. Ein Schwachpunkt
ist der Song zum Film: War Celine Dions „My Heart will go on“ zumindest
authentisch, scheint „I See You“ ein Abklatsch dessen zu sein, während Leona
Lewis krampfhaft versucht, Dions verwaschene Aussprache zu kopieren. Von
Ohrwurmqualität weit und breit keine Spur, aber als Musik zum für die meisten Zuschauer ohnehin uninteressanten
Abspann sicher tauglich. Neben diesen üblichen
Mankos einer Filmmusikpartitur muss aber auch gesagt werden, dass Horners Arbeit über ein modernes, eigenständiges und sehr dezent
gefasstes Sounddesign verfügt, welches über die Vogelstimmeneffekte eines Apocalypse-
oder New World-Scorings hinausgeht. Die Na‘vis charakterisiert Horner
mit einer Melange diverser ethnischer Idiome. Je nach Empfinden oder
Hörerfahrung wähnt man sich in Afrika, Indien, Südamerika oder gar bei den Ureinwohnern
Australiens. Fazit: Cameron und
Horner sind ein eingespieltes Team, das hervorragend zusammenarbeitet. Horner
bietet mit der Avatar-Filmmusik
solide Routine, die im Vergleich zu Titanic
durch fehlende Eingängigkeit und Narrativität (beides stärken der Titanic-Vertonung) schwächer ausfällt.Man
darf allerdings auf eine weitere CD hoffen, die mit mehr Action und einem besseren Musikschnitt
aufwartet. Oliver M. Strate, 16.01.2010 Details zum Soundtrack I. Die Musik
I. Die Alben -OST-
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Dass Horners Arbeit
wieder einmal perfekt zu den cameron‘schen Bildern passt, soll nicht darüber
hinwegtäuschen, dass Avatar
motivisch, thematisch und bisweilen auch stilistisch