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Rezensionen - Man from U.N.C.L.E., The (3)
 


Jerry Goldsmith
-

2004 vervollständigte FSM die Trilogie der U.N.C.L.E.-Veröffentlichungen mit einem weiteren Doppel-CD-Set, das es in Hinblick auf die editorische Qualität und den dokumentarischen Wert locker mit den beiden voran gegangenen Zusammenstellungen aufnehmen kann.

Wie schon partiell bei Vol. 2, enthält die erste CD des Sets weitere Vervollständigungen der bereits veröffentlichten Episodenmusiken. Dazu gehört ein kleines Jerry-Goldsmith-Medley, in den einige kleine bisher unveröffentlichte Schnipsel von meistens nicht einmal einer halben Minuten Laufzeit zu einer kleinen Suite zusammengefasst wurden, sodass jetzt alle drei Goldsmith-Musiken vollständig veröffentlicht wurden. Auch U.N.C.L.E.-Hauskomponist Gerald Fried wurde mit einem kleinen Medley bedacht, das sich aus kleineren Stücken zusammen setzt, deren Veröffentlichung nicht gelohnt hätte, als einzelne Episoden-Suiten auf CD gepresst zu werden. Dazu gehört das nur knapp amüsante 30 Sekunden lange Hillbilly-Material aus „The Apple A Day Affair“ oder die rhythmische Musik zu einem Indianeraufstand aus „The Indian Affairs Affair“.

Ebenfalls dem Vorbild von Vol. 2 folgend gibt es zu Lalo Schifrins lateinamerikanischen „The Fiddlestick Affair“ sowie Frieds „The Diskoteque Affair“ und seiner jazzig liturgisch angehauchter Musik aus „The Monks of St. Thomas Affair“ eine „Suite no 2“, die unter Anderem zwei niedliche Arrangements von „Bruder Jakob“ und zehn herrlich majestätische Sekunden für die Schweizer Alpen bereithält. Auch Morton Stevens’ wahrscheinlich bester Beitrag – „The Double Affair“ wurde um wertvolles Material wie eine kleine Actionfuge für Blechbläser erweitert. Auch für „The Finny Foot Affair“ schrieb Stevens eine niedliche Fuge für drei Klarinetten.

Auch einzelne Stücke sind vertreten wie Gerald Frieds „U.N.C.L.E. A Go Go“, das Fried für Archivzwecke aufnahm und das später hin und wieder in der Serie auftauchte sowie Goldsmiths einziges Source-Stück für die Serie: „Belly laughs“ aus „The King Of Knaves Affair“.

Zu den wertvollen Neuentdeckungen der wenigen komplett unveröffentlichten Episodenmusiken gehört definitiv Gerald Frieds Musik zu „The Bat Vace Affair“. Alleine das behäbige Zark-Thema für den Bösewicht, der mittels spezieller Fledermäuse den globalen Flugverkehr lahm legen will, ist mit seiner Besetzung von zwei Tuben ein absoluter Hinhörer.

So nett all diese weiteren kleinen bedeutenden und weniger bedeutenden Puzzle-Teile für die U.N.C.L.E.-Diskografie sind, umso interessanter ist das auf CD 2 gebotene Material. So ist es hier zum einzigen Mal möglich, einen kompletten Episodenscore mit rund 30 Minuten Länge vollständig in chronologischer Reihenfolge zu hören.

Gerald Frieds Musik zu „The Deadly Quest Affair“ wurde zusammen mit seinem flippigen Arrangement der Titelmusik für die vierte Staffel (zu hören auf Vol. 2 CD 2) von den Produzenten abgelehnt, da sich die vierte Staffel nach der erfolglosen humoristischen dritten Staffel wieder mehr am ursprünglichen seriösen Konzept orientieren sollte. Daher nahm Muic Supervisor Robert Armbruster nicht nur ein ernsteres Arrangement der Titelmusik (Vol. 1 CD 2) , sondern auch gleich 23 Stücke aus Goldsmiths ursprünglichen Scores auf, wobei er die Originalbesetzungen zu „The King of Knaves Affair“ und „The Deadly Games Affair“ von 15 Spielern beibehielt und das Ensemble aus 27 Musikern für „The Vulcan Affair“ auf 21 zusammen strich. Man plante, die Aufnahmen nicht nur als Ersatz für Frieds Musik zu verwenden, sondern sie auch später noch in Folgen einzusetzen. Es ist übrigens sehr interessant, das ruppige und knackige Dirigat Goldsmiths in den Monoaufnahmen mit dem etwas gemächlicheren Dirigat Arbrusters auf den räumlichen Steroaufnahmen zu vergleichen.

Den Rest der CD nehmen Auszüge aus der Musik zu dem wenig erfolgreichen parallel zur zweiten Staffel ausgestrahlten Ableger „The Girl From U.N.C.L.E.“ um die Agentin April Dancer und ihren mittelalten Mentor Mark Slade ein. Hauptsächlich verantwortlich für die Vertonung der ersten und einzigen Staffel war Dave Grusin, der von Richard Shores (später verantwortlich für die vierte Man-Staffel) und dem Gitaristen Jack Marshal (eine Episode) unterstützt wurde. Auch arrangierte Dave Grusin das Hauptthema von Goldsmith neu und kleidete es in ein lebhaftes 9/8-Gewand, sodass einem das Thema in drei verschiedenen Taktarten vorliegt. (Ob das ein Gewinn ist, mag jeder für sich allein entscheiden.) Von Marshals Musik ist nur ein Source-Stück vertreten. Grusins lebhafte Jazzmusiken sind eine weitere Bereicherung für das musikalische U.N.C.L.E.-Universum und sind am ehesten Drasnins, Shores’ und Stevens’ seriös-jazzigen Klängen verwand.

Insgesamt schließt sich mit dieser dritten Veröffentlichung der Kreis und findet jedes kleine Puzzlestückchen seinen Platz in der nun knapp achtstündigen U.N.C.L.E.-Diskographie. Besonders interessant ist es, allen 12 Arrangements der Titelmusik zu lauschen, die über die drei Sets verteilt sind und auch alle drei Aufnahmen von „Meet Mr Solo“, von denen im Beiheft des ersten Sets die Rede ist, hat man nun zur Verfügung (je Set eine Aufnahme). Wieder sind die CDs randvoll mit vortrefflich gewählten Auszügen und guten Zusammenstellungen gefüllt, die den musikalischen Anspruch und die Vielfalt dieser Kult-Serie unterstreichen. Hier sei auch noch einmal angemerkt, dass neben vortrefflichen Komponisten hervorragende Musiker am Werk waren, die die teils anspruchsvollen Partituren mühelos bewältigten. Besonders Pianist Artie Kane, der viele der Klavier- und Cembalostimmen einspielte, der hervorragende Perkussionist Shelly Mane sowie Trompeter Uan Rasey (Chinatown), sollten hier erwähnt werden. Die Klangqualität ist äußerst klar und das Beiheft ist wieder ansprechend bebildert und mit vielen Informationen über die einzelnen Epsioden und die Musik von Jon Burlingame gefüllt worden.

Liebhabern von jazziger Agentenmusik der 60er-Jahre seien alle drei CD-Sets wärmstens empfohlen. FSM präsentiert vorbildlich auf sechs CDs rund 7 ½ Stunden abwechslungsreiche TV-Musik auf hohem Niveau. Die sehr langen Suiten auf dem ersten Set sind glücklicherweise kürzeren und überschaubareren Zusammenstellungen gewichen und auch ansprechende Source-Stücke sind af Vol. 2 und 3 einzeln anwählbar.

Gerrit Bogdahn, 22.10.2011
Details zum Soundtrack



I. Die Musik

4 von 6 Punkten


I. Die Alben

-OST-

Spielzeit:
6 von 6 Punkten
Klangqualität:
4 von 6 Punkten
Schnitt:
3 von 6 Punkten
Begleittexte:
6 von 6 Punkten

Unterhaltung:
4 von 6 Punkten
Anspruch:
2 von 6 Punkten


Letzte Änderung: 19. 1. 2013 | Webmaster: Jonas Uchtmann | © Layout dieser Website by Adrian Werner & Jonas Uchtmann, 2002–2013.