
Killer Elite
–
Eine Filmkritik von Simone Bet
Bei Killer Elite handelt es sich um einen Action geladenen Agententhriller, der auf einer nicht fiktiven und recht umstrittenen Vorlage, dem Bestseller „The Feather Men“ von Ranulph Fiennes, basiert. Danny (Jason Statham), ein ehemaliger Auftragsmörder, der es mittlerweile vorzieht, seine Tage ruhig auf dem Land zu verbringen, wird eines Tages von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt, als er erfährt, dass sein ehemaliger Partner und väterlicher Mentor Hunter (Robert De Niro) während seines letzten Auftrages in Gefangenschaft geraten ist. Widerwillig kehrt Danny aus dem Ruhestand zurück, um seinem alten Freund zu helfen ... ein wenig die Story, wie wir sie bereits aus Rambo 2 kennen.
Nach einigen Schwierigkeiten stellt sich heraus, dass Dannys einzige Chance, Hunter zu befreien, darin besteht, einen Auftrag für dessen Entführer zu erledigen. Danny soll eine Gruppe von ehemaligen SAS-Agenten töten und dies wie einen Unfall aussehen lassen. Aus diesem Grund werden kurzerhand Dannys alte Kumpanen Davies (Dominic Purcell) und Meier (Aden Young) von ihm rekrutiert und schon beginnt die Jagd.
Als die Gegenseite nach ein paar „seltsamen“ Todesfällen vermutet, dass sie möglicherweise das Ziel eines Attentäters sein könnten, beauftragen sie ihren besten Mann Spike (Clive Owen), der Sache genauer auf dem Grund zu gehen. Ab hier beginnt ein reziprokes Katz-und Maus-Spiel zwischen Dannys Team und den ehemaligen SAS-Mitgliedern ...
Regisseur Gary McKendry liefert mit seinem ersten großen Film gleich ein solides Werk ab, ass vor allem durch die Inszenierung und durch seine Darsteller (wäre da nicht Jason Statham, aber dazu kommen wir später ...) überzeugt. Der Film fährt alles auf, was man bereits von anderen Genre-Vertretern, wie den Bourne-Filmen oder der neuen James Bond-Reihe kennt und schätzt. Da gibt es die gut choreografierten Kampfszenen, deren roher und brutaler Charakter für zusätzliche Suspense sorgt und somit nicht zu reinen Action-Elementen verkommen, die Verfolgungsjagden – sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto – und die verzwickten Verschwörungsszenarien der im Hintergrund agierenden grauen Eminenzen.
Besonderes Lob gebührt an dieser Stelle den Kameramännern und dem Schnitt. Trotz der temporeichen Inszenierung einiger Szenen wirken diese nie hektisch oder wirr. Im Gegenteil, man befindet sich als Zuschauer – selbst bei rasanteren Szenen – immer inmitten des Geschehens ohne –aufgrund von Motionsickness – nach dem Popcorn-Eimer des Sitznachbarn greifen zu müssen.
Die Wahl der Schauspieler ist durchgehend gelungen. Clive Owens Performance ist überzeugend und zeichnet sich durch seinen üblichen Charme aus. Robert De Niro ist eher durchschnittlich, aber trotz allem noch solide. Die wirkliche Überraschung ist Dominic Purcell, dem ich so viel „Spielfreude“ nicht zugetraut hätte und dessen Rolle eine willkommene Abwechslung zu den ganzen harten Burschen in diesem Film ist. Habe ich jemanden vergessen? Stichwort harte Burschen? Ach ja, da war ja noch Jemand. Der härteste Bursche in diesem Film. So hart, dass er wirklich nur sehr hart zu ertragen ist.
Die Rede ist von Jason Statham. Meine Theorie ist, dass Statham sich besonders eine Regieanweisung sehr zu Herzen genommen hat: „Jason, ich möchte, dass dein Charakter wie ein harter Knochen rüber kommt!“ So oder so ähnlich wird es gewesen sein, denn Stathams Bemühung, dieser Anweisung nachzukommen, ist in jeder Szene spürbar. So statisch wie sein Auftreten ist, so gering ist auch sein Repertoire an Gesichtsausdrücken. Zwar bringt er die notwendige physische Präsenz eines Bruce Willis mit, aber paart diese leider auch mit dem Charme eines Jean Claude Van Damme, was seine ganze Figur eher wie eine Karikatur wirken lässt, die inmitten eines Szenarios glaubwürdiger Figuren ausgesetzt wurde, weshalb Statham zwischen seinen (weitaus besseren) Kollegen auch so verloren wirkt.
Ein weiteres Element, unter dem der Film leidet, ist die völlig belanglose Liebesgeschichte zwischen Danny und Anne (Yvonne Strahovsky), die nicht konstruierter hätte sein können. Ich sag es mal so: Wer spätestens im zweiten Drittel des Films nicht weiß, worauf die Beziehung der beiden hinaus läuft beziehungsweise welche eigentliche Daseinsberechtigung Anne in diesem Film hat, der hat eindeutig zu wenig Filme gesehen.
Aufgrund dieser beiden Faktoren verliert der Film mit zunehmender Spielzeit stetig an Tempo und hat mich deswegen gegen Ende etwas verloren. Ansonsten bleibt zu sagen, dass es sich hierbei um angenehme, wenngleich leichte Kost für Genre-Liebhaber handelt. Möglicherweise wäre eine sensiblere Herangehensweise an solch ein heikles und umstrittenes Material, wie es die Buchvorlage nun einmal ist, die bessere Voraussetzung für einen tiefer greifenden Film gewesen. Immerhin suggeriert die Untertitelung des Filmes „Nach einer wahren Begebenheit“ einen gewissen Tiefgang. Diesen sucht man hier jedoch leider vergebens.
(8. 11. 2011)
SQL Error Duplicate entry '2604257' for key 'PRIMARY'Nach einigen Schwierigkeiten stellt sich heraus, dass Dannys einzige Chance, Hunter zu befreien, darin besteht, einen Auftrag für dessen Entführer zu erledigen. Danny soll eine Gruppe von ehemaligen SAS-Agenten töten und dies wie einen Unfall aussehen lassen. Aus diesem Grund werden kurzerhand Dannys alte Kumpanen Davies (Dominic Purcell) und Meier (Aden Young) von ihm rekrutiert und schon beginnt die Jagd.
Als die Gegenseite nach ein paar „seltsamen“ Todesfällen vermutet, dass sie möglicherweise das Ziel eines Attentäters sein könnten, beauftragen sie ihren besten Mann Spike (Clive Owen), der Sache genauer auf dem Grund zu gehen. Ab hier beginnt ein reziprokes Katz-und Maus-Spiel zwischen Dannys Team und den ehemaligen SAS-Mitgliedern ...
Regisseur Gary McKendry liefert mit seinem ersten großen Film gleich ein solides Werk ab, ass vor allem durch die Inszenierung und durch seine Darsteller (wäre da nicht Jason Statham, aber dazu kommen wir später ...) überzeugt. Der Film fährt alles auf, was man bereits von anderen Genre-Vertretern, wie den Bourne-Filmen oder der neuen James Bond-Reihe kennt und schätzt. Da gibt es die gut choreografierten Kampfszenen, deren roher und brutaler Charakter für zusätzliche Suspense sorgt und somit nicht zu reinen Action-Elementen verkommen, die Verfolgungsjagden – sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto – und die verzwickten Verschwörungsszenarien der im Hintergrund agierenden grauen Eminenzen.
Besonderes Lob gebührt an dieser Stelle den Kameramännern und dem Schnitt. Trotz der temporeichen Inszenierung einiger Szenen wirken diese nie hektisch oder wirr. Im Gegenteil, man befindet sich als Zuschauer – selbst bei rasanteren Szenen – immer inmitten des Geschehens ohne –aufgrund von Motionsickness – nach dem Popcorn-Eimer des Sitznachbarn greifen zu müssen.
Die Wahl der Schauspieler ist durchgehend gelungen. Clive Owens Performance ist überzeugend und zeichnet sich durch seinen üblichen Charme aus. Robert De Niro ist eher durchschnittlich, aber trotz allem noch solide. Die wirkliche Überraschung ist Dominic Purcell, dem ich so viel „Spielfreude“ nicht zugetraut hätte und dessen Rolle eine willkommene Abwechslung zu den ganzen harten Burschen in diesem Film ist. Habe ich jemanden vergessen? Stichwort harte Burschen? Ach ja, da war ja noch Jemand. Der härteste Bursche in diesem Film. So hart, dass er wirklich nur sehr hart zu ertragen ist.
Die Rede ist von Jason Statham. Meine Theorie ist, dass Statham sich besonders eine Regieanweisung sehr zu Herzen genommen hat: „Jason, ich möchte, dass dein Charakter wie ein harter Knochen rüber kommt!“ So oder so ähnlich wird es gewesen sein, denn Stathams Bemühung, dieser Anweisung nachzukommen, ist in jeder Szene spürbar. So statisch wie sein Auftreten ist, so gering ist auch sein Repertoire an Gesichtsausdrücken. Zwar bringt er die notwendige physische Präsenz eines Bruce Willis mit, aber paart diese leider auch mit dem Charme eines Jean Claude Van Damme, was seine ganze Figur eher wie eine Karikatur wirken lässt, die inmitten eines Szenarios glaubwürdiger Figuren ausgesetzt wurde, weshalb Statham zwischen seinen (weitaus besseren) Kollegen auch so verloren wirkt.
Ein weiteres Element, unter dem der Film leidet, ist die völlig belanglose Liebesgeschichte zwischen Danny und Anne (Yvonne Strahovsky), die nicht konstruierter hätte sein können. Ich sag es mal so: Wer spätestens im zweiten Drittel des Films nicht weiß, worauf die Beziehung der beiden hinaus läuft beziehungsweise welche eigentliche Daseinsberechtigung Anne in diesem Film hat, der hat eindeutig zu wenig Filme gesehen.
Aufgrund dieser beiden Faktoren verliert der Film mit zunehmender Spielzeit stetig an Tempo und hat mich deswegen gegen Ende etwas verloren. Ansonsten bleibt zu sagen, dass es sich hierbei um angenehme, wenngleich leichte Kost für Genre-Liebhaber handelt. Möglicherweise wäre eine sensiblere Herangehensweise an solch ein heikles und umstrittenes Material, wie es die Buchvorlage nun einmal ist, die bessere Voraussetzung für einen tiefer greifenden Film gewesen. Immerhin suggeriert die Untertitelung des Filmes „Nach einer wahren Begebenheit“ einen gewissen Tiefgang. Diesen sucht man hier jedoch leider vergebens.
(8. 11. 2011)
