25.11.2004
Ein terminlicher Engpass führte 1954 bei der Entstehung von The Egyptian, einem groß angelegten Cinemascope-Film der Fox, zu einer der glücklichsten filmmusikalischen Fügungen des Golden Age: Weil Al Newman (Topkomponist und gleichzeitig Chef der Fox-Musikabteilung) bereits mit dem Arrangement des Musical-Films There's No Business Like Showbusiness beschäftigt war, wurde das Prestige-Projekt des Studios schließlich seinem langjährigen Freund Bernard Herrmann anvertraut. Um Studio-Boss Darryl F. Zanuck einen Gefallen zu tun, schrieb Newman, noch während er an Show Business arbeitete, einige Themen für The Egyptian, auf deren Basis Herrmann seine Cues entwickelte. Sobald Newman seine Arbeit am Musical endgültig abgeschlossen hatte, schlug Herrmann vor, den Score gemeinsam zu Ende zu schreiben. The Egyptian (dt. Sinuhe der Ägypter) gilt als ein hervorragend ausgestattetes, wenn auch mittlerweile etwas angestaubtes Relikt seiner Zeit. In der Verfilmung eines Romans von Mika Waltari geht es um den ägyptischen Arzt und Philosophen Sinuhe, der während der Regierungszeit Echnatons (etwa 2000 vor Christus) zu einer Schlüsselfigur am Hofe des Pharaos aufsteigt und persönlichen Triumph ebenso wie höfische Intrigen durchlebt ...
Zwar wurde die Originalaufnahme von The Egyptian vor einigen Jahren von FSM wiederveröffentlicht, doch sollten Interessierte zunächst zur hervorragend klingenden, interpretatorisch wie editorisch ausgezeichneten Neueinspielung des Scores greifen, die William Stromberg 1999 mit dem Moskauer Sinfonieorchester vorgenommen hat. Eine Enttäuschung ist hier, sowohl was die Musik als auch ihre Präsentation angeht, beinahe ausgeschlossen: Die einzige Zusammenarbeit zweier großer Filmmusik-Titanen ihrer Zeit geriet wenig überraschend zu einer der schauprächtigsten und farbigsten Filmmusiken des Golden Age. Interview mit William Stromberg über The Egyptian (in Englisch) Jonas Uchtmann, 25.11.2004
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Sämtliche Highlights von The Egyptian aufzuzählen, erscheint letztlich unmöglich. So zeichnen sich insbesondere die von Herrmann komponierten Sequenzen durch eine fesselnde Dramatik aus. Zu nennen ist hier vor allem das aufwühlende, von chromatischen