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CD-Tipps - Angela's Ashes
26.11.2003

Angela's Ashes - John Williams
Sony / 1999
18 Tracks / 58:50 min

Angela's Ashes aus dem Jahre 1999 ist eine akzeptable, insgesamt aber doch etwas blasse Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Frank McCourt, der darin seine Kindheitserinnerungen an das völlig verarmte, erz-katholische Irland der 1930er Jahre in schlichten, aber eindrücklichen Worten festhält.

Regisseur Alan Parker vergleicht im Booklet des Soundtracks die Verpflichtung von Komponist John Williams mit einem Hauptgewinn im Lotto. Tatsächlich ist Williams' Musik wohl das Beste, was diesem Film passieren konnte. Die überwiegend sehr konzertant gehaltene Musik für großes Streichorchester sowie Soli von Cello, Klavier, Oboe und Irischer Harfe ähnelt in ihrer Machart etwas der ungleich bekannteren Musik zu Schindler's List. Anders als dort verzichtet Williams hier auf die etwas zwiespältige Melodramatik dieser Musik, gestaltet vielmehr die zwei (vielleicht etwas zu häufig vorkommenden) Hauptthemen der Partitur recht herb und schlicht. Wie der Komponist diese beinahe omni-präsenten Themen behandelt, welche emotionale Bandbreite – von tiefempfundener Trauer bis hin zu großer Wärme – er diesen abgewinnt, beweist einmal mehr Williams' großes dramatisches Talent abseits des Actionscorings von Star Wars, Indiana Jones und Konsorten. Die reizvollen und einfallsreichen Streicher-pizzicati (z.B. „My Dad's Story"), ein gut dreiminütiges Harfen-Solo („The Lanes in Limerick") und der Schluss-Track „Back To America", in dem einige hinzutretende Posaunen kurz die versöhnliche Stimmung des Finales verstärken, tun ihr übriges und runden das Bild eines vorzüglichen Williams-Scores jüngerer Zeit ab.

Leider ist der Soundtrack etwas unglücklich konzipiert: Eine die Themen kompilierende Konzertsuite eröffnet und beschließt die CD, auch die zwei 30er Jahre-Songs sind in der Mitte des Albums sehr ungeschickt platziert.

__________

Anmerkung: Die englische Pressung Angela's Ashes ist über beinahe die gesamte Lauflänge von störenden Film-Dialogen durchzogen, die deutsche Version (Die Asche meiner Mutter) ist frei davon.


Jonas Uchtmann, 26.11.2003

5 von 6 Punkten


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